Comics vom Königssohn Ausstellung

Grafikdesigner UKATA ARUA zeigt farbige Visionen im Nauener Kulturzentrum
Mit Bildern, die an Popart und Comic erinnern, stellt sich der in Spandau lebende Maler UKATA
ARUA in Nauen Galerie „Haus Gartenstraße“ vor.

NAUEN Im Regenwald führen Affen und Papageien ein friedliches Miteinander. Unter der glitzernden Diskokugel tanzt das vergnügte Partyvolk durch die Nacht. Bunte Rondelle drehen sich über dem Kopf eines verträumten Mädchens. Adam und Eva wandeln frisch verliebt durch ihr buntes Paradies. Eine nackte Schönheit räkelt erwartungsfroh sich zwischen Schmetterlingen und Blumen.

Auf den Bildern von UKATA ARUA findet sich alles wieder, was Fröhlichkeit und Frieden darstellt oder symbolisiert. Seit Freitag ziert die farbenfrohe Pracht des Spandauer Grafikdesigners die Wände des Nauener Kulturzentrums „Haus Gartenstrasse“.

Stilistisch könnte man seine Werke zwischen Popart und Comic ansiedeln. Was die Einteilung des Raumes betrifft, sieht sich UKATA ARUA selbst von Pablo Picasso beeinflusst. Weitere Größen der Kunst wie Roy Lichtenstein und Andy Warhol zählen zu seinen Vorbildern. Seine mit Lack oder Acryl auf die Leinwand gemalten Bilder entspringen ausnahmslos der Phantasie. Als wiederkehrende Elemente tauchen immer wieder Herzen, Blumen, verschiedene Früchte und Schmetterlinge auf, die auch einzeln auf fliesengroßen Quadern ausgestellt werden. Mit seinen teilweise schrillen Motiven hofft der aus Afrika stammende Künstler, beim Betrachter „hin und wieder ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern“.

1977 wurde er als Sohn von Eze Ogu III., König von Amaekpu Ohafia, und einer deutschen Mutter im nigerianischen Nsukka geboren. Dort erhielt er bei Professor Okpan Oyeoku privaten Kunstunterricht. Freiberuflich beschäftigte sich ARUA danach unter anderem mit der Illustration von Büchern, Werbegrafik sowie Wand- und Großflächengestaltung. Hauptberuflich leitet er heute ein Unternehmen, das Künstleragentur und Grafikdesign verbindet. Nebenberuflich gibt er in seinem Atelier, das in der Spandauer Kunstremise zu finden ist, Malkurse für Kinder und vermittelt jungen Erwachsenen berufliche Orientierung im Kunst- und Grafikbereich.

Bei den Nauener Betrachtern lösten die Bilder auffallend viele Assoziationen aus. Obwohl vorwiegend ältere Gäste unter ihnen waren, fand das farbenfrohe Spektakel sehr viel Anklang. Man lobte die Farbigkeit als optimalen Kontrast zu den tristen Februartagen. Dass gerade Kinder von den bunten Zeichnungen begeistert sein müssten, fand der Hobbymaler Hans-Jürgen Papoth. Der Nauener Heimatfreund Wolfgang Johl meinte, dass sich einige Motive des Künstlers mühelos mit dem Havelland in Verbindung bringen ließen. Auf den kleinformatigen Bildern fand er die Ribbecker Birne, den Karpfen vom Nauener Stadtwappen sowie Blumen, wie sie auf den feuchten Luchwiesen wachsen. An die Cover der Beatles-Scheiben erinnerten den Nauener Rainer Ahlswede die Bilder mit den immer wiederkehrenden Kreisen und Sonnenstrahlen.

Während der Musiklehrer ARUAs Bilder betrachtete, lauschte er seinem Musikerkollegen Hartmut Vogt, der mit dem Joe-Weeland-Trio für den passenden Sound auf der Vernissage sorgte. Die drei Musiker spielen seit September 2007 zusammen. Sie lernten sich 2004 an der Jazzschule Berlin kennen, wo sie Jazztheorie und Ensemblespiel belegten. Der Bassist Sebastian Liedke spielte einige Gigs bei „Route of Jazz“ aus Ketzin und bei „Spell of Jazz“ aus Premnitz, bevor ihn eine Arbeit für zwei Jahre ins Ausland verschlug. Nach seiner Rückkehr beschlossen die Drei, als Band zusammen zu spielen. Ihr Repertoire umfasst die amerikanischen Jazz-Standards in eigenen Arrangements mit Elementen aus Swing, Blues und Latin sowie Funk und Rock. Schon öfter spielte die Band bei den Ausstellungseröffnungen des Spandauer Grafikdesigners.

Ohne Musik kann die farbenfrohe Schau noch bis zum 20. März dienstags bis freitags zwischen 10 und 16 Uhr besichtigt werden.

Von Annett Lahn
Quelle: Märkische Allgemeine, Der Havelländer, 09.02.2009