Ukata Arua stellt Uli-Pop vor

Farbvisionen im Webermuseum

Farbvisionen im Webermuseum
Der in Berlin Spandau Lebende Künstler Ukata Arua und seine Mutter lngela Schweer vor dem Bild „Kissing Elephants“.

STEINHUDE. Ukata Arua liebt Farben. Seine Mutter Ingela Schweer sagt „er erlebt Farben“. Dass der in Berlin lebende Künstler seine am Mittwochabend im Fischer- und Webermuseum vor rund 80 Gästen eröffnete Ausstellung „Farbvisionen“ titelte, lag somit nahe.

Seine Werke bezeichnet der 1977 in der Universitätsstadt Nsukka im Südosten Nigerias geborene Ukata als Uli-Pop. Er nutzt Elemente der Pop-Art, des Comics und der traditionellen Uli-Malerei — der dekorativen Bemalung von Körpern und Wänden zu Festen und Zeremonien, die von Ibofrauen ausgeübt wurden. „Diese abstrakte, symbolische Malerei beeinflusste sogar die Werke europäischer Künstler wie Picasso“, sagte Schweer in der Einführung.

Ukata Arua ist Sohn eines „Traditional Rulers“ (König) von Amaekpu/Ohafia. Seine Kindheit verbrachte er auf dem Campus der University of Nigeria. Sein Spielplatz waren die Institute für Agrarwissenschaft und Geologie, an denen die Eltern forschten. Nebenan lag das lnstitut für Kunst. Sein Onkel, Professor Okpan Oyeoku, und der Nachbar, Professor El Anasuha, erweckten seine Begeisterung für Kreativität und Malerei. „El Anasuha gilt als einer der bedeutendsten Künstler Afrikas, er hat auf der Dokumenta ausgestellt“, sagt Arua.

Mit 14 Jahren kam Ukata Arua mit seinen drei Geschwistern nach Deutschland, machte sein Fachabitur in Wunstorf, ging nach Berlin und schloss eine Ausbildung zum Kaufmann für Sport und Wellness ab.

Nach einem Sportunfall fand er endlich wieder Zeit für die Malerei, machte sich selbstständig als Grafikdesigner und Kunstmanager. Er arbeitet als Künstler in Spandau und investiert viel Zeit in Kunstprojekte und Workshops für Kinder und jugendliche. Seine Bilder enthalten abstrakte Elementen und figurative, konkrete Formen. Er umrahmt die Formen mit schwarzen Linien, benutzt strahlende, klare Farben, die er mehrschichtig aufträgt, und fügt Figuren ein, um damit eine starke visuelle Wirkung zu erreichen. Seine farbenfrohen Werke verlangen aktive Betrachtung und Zeit, um alles zu entdecken, und sie strahlen Lebensfreude aus.

VON JÖRG ROCKTÄSCHEL
Artikel in Wunstorfer Stadtanzeiger vom Freitag 24. September 2010