Uli-Malerei

„Bei so vielen Farben kann man nicht schwarz sehen“
Ukata Aruas symbolhafte Abstrahierungen kommen aus der Uli-Malerei

STEINHUDE (sowi). Schon Picasso ließ sich von der Uli-Malerei inspirieren – sie kommt aus Afrika und findet ihre Anwendung in der traditionellen Bemalung von Körpern und Wandbehausungen bei Festen und Zeremonien bei den lbofrauen. Ukata Arua will mit seinen Arbeiten hinführen ins lboland, dem heutigen Nigeria, wo er 1977 in der Universitätsstadt Nsukka als Sohn eines
Traditional Rulers, dem König von Amaekpu/Ohafié geboren wurde. Der König war mit der heutigen Leiterin des Fischer- und Weber- Museums, Dr. lngeia Schweer, verheiratet. Ukata wuchs auf dem Campus der University of Nigeria auf; sein Spielplatz waren die Institute für Agrarwissenschaft und Geologie, an denen seine Eltern als Akademiker tätig waren. Der Kontakt zu seinem Onkel, Professor Okpan Oyeoku und seinem Nachbarn, Professor El Anaduha, beide vom benachbarten Kunstinstitut, ermöglichten ihm in frühen Jahren den Zugang zur Malerei, der er sich schon bald verschrieb. Professor El Anasuha ist heute einer der bedeutendsten Künstler Afrikas und hat auch auf der Dokumenta ausgestellt. Durch Kunststudenten und durch seine Mutter wurde Ukata früh in die Technik der Uli-Malerei eingeführt. Uli-Malerei gehörte in seinem Elternhaus zur Lieblingsbeschäftigung der ganzen Familie. In seinen ersten Ausstellungswerken vermischten sich afrikanische und westliche Elemente. Deutlich ist der Einfluss der Uli-Malerei zu erkennen. Farbenfrohe Malerei ist dabei Ausdruck seiner inneren Stimmung – der Begegnung zweier Welten, Afrika und Europa. Man spürt, er erlebt in Farben. Er gestaltet meist großformatige Bilder, die ihre Inhalte hinter Linien, Symbolik und Farbe verstecken. Seine Kunst verlangt aktive Betrachtung und Zeit, um alles zu entdecken. ,,Ukatas Bilder lehren uns somit Sehen, sie machen Freude und sie wecken Emotionen. Einige können auch provozieren. Sie strahlen aber alle so eine Lebensfreude aus, dass sie wohl jeden Betrachter aus dem grauen Alltag in eine friedliche, naturnahe Umwelt ziehen können“, sagte Dr. lngela Schweer.

Ukata Arua mit seiner Mutter Dr. lngela Schweer bei der Eröffnung der Ausstellung im Hof des Fischer- und Webermuseums.

Foto. sowi
Artikel in Steinhude Meerblick vom 30. September 2010